Nordic Walking - Linderung & Prävention bei Arthrose
Für Menschen, die unter Arthrose leiden, stellt Nordic Walking eine attraktive Sportmöglichkeit dar. Da diese Gelenkerkrankung bei jedem Betroffenen individuell ausgeprägt ist, sollte im Einzelfall ein Arzt zu den sportlichen Möglichkeiten befragt werden. Grundsätzlich wird eine regelmäßige, moderate körperliche Aktivität bei Arthrose empfohlen.
Nordic Walking ist ein umfangreiches Training für die Muskeln. Deren Stärkung führt zu der bei Arthrose besonders wichtigen Entlastung der Gelenke. Etwa 90 Prozent der Muskulatur werden beansprucht. Durch den Einsatz der Stöcke wird auch der Oberkörper trainiert. Der gesamte Haltungs- und Bewegungsapparat stabilisiert sich. So ist Nordic Walking ein Sport für den ganzen Körper.
Fitness für die Gelenke
Der Deutsche Sportärztebund spricht sich für Sportarten aus, die durch gleichmäßig rhythmische Bewegungen mit geringen Energien charakterisiert sind. Diese Kennzeichen treffen auf Nordic Walking zu. Der regelmäßige Laufrhythmus und vor allem das Fehlen ruckartiger Extrembewegungen schonen die Gelenke, die Schwachpunkte des Arthrose-patienten. Im Gelenk treffen zwei Knochen aufeinander - der Knorpel sorgt dafür, dass sie sich nicht gegenseitig abnutzen und gleicht Druckbelastungen aus. Der Gelenkknorpel verliert bei Arthrose an Dicke und Festigkeit. Stöße, die beim Gehen oder Laufen auf das Gelenk einwirken, werden so weniger gedämpft. Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung entzünden sich die Strukturen um das Gelenk herum und verursachen so Schmerzen. Starke sportliche Belastungen sollten daher auf jeden Fall vermieden werden. Moderate Bewegung kann dagegen für die Linderung von Schmerzen sorgen. Die Muskeln, Sehnen und Bänder um das betroffene Gelenk herum werden so gekräftigt, dass dessen Funktion erhalten oder sogar verbessert werden kann. Regelmäßige Bewegung fördert außerdem die Produktion von Gelenkschmiere. Aus dieser Flüssigkeit, die von der Gelenkinnenhaut abgegeben wird, erhält der Knorpel die Nährstoffe für seinen Aufbau. Der regelmäßige Wechsel von Be- zu Entlastung fördert diesen Prozess.
Vor dem ersten Training sollten Interessierte unbedingt ihren Arzt fragen, ob sie diesen Sport ausüben können.
Nordic Walking nach einer gelenkersetzenden Operation
Wegen seines schonenden Charakters ist Nordic Walking in vielen Fällen als Rehabilitationsmaßnahme gut geeignet. Patienten, die Sportverletzungen erlitten haben, können an den Stöcken ihre Bewegungsfähigkeit zurückerlangen. Da Nordic Walking gut zu regulieren ist, kann die individuelle Belastung sehr genau bestimmt und Überlastung vermieden werden. Auch für Patienten, die mit einem künstlichen Gelenkersatz versorgt worden sind, ist der Lauf mit den Stöcken eine gute Trainingsmöglichkeit, denn mit einem künstlichen Gelenk darf man sportlich aktiv sein, abrupte Richtungswechsel oder Stopps sollten jedoch vermieden werden. Der fließende Bewegungsablauf des Nordic Walking vermeidet impulsartige Stoßbelastungen der Gelenke, weil im Gegensatz zum Joggen immer ein Bein auf dem Boden bleibt und so die Beanspruchung der Gelenke gering ist. Deshalb können selbst Personen mit einem künstlichen Gelenk diese Sportart ausüben. Obendrein wird der Halt durch die Stöcke als angenehm empfunden.
Aber auch hier gilt: Betroffene sollten auf jeden Fall mit dem behandelnden Arzt über diesen Sportwunsch sprechen.
