Rehabilitation nach einer Kniegelenkoperation
Der Rehabilitationsaufenthalt
Vor dem Rehabilitationsaufenthalt
Die ersten zehn bis zwölf Tage nach einer Kniegelenkoperation sind für die Wundheilung in einer Klinik vorgesehen. Ein Mitarbeiter der Klinik wird sich mit Ihnen über die möglichen Rehabilitationseinrichtungen unterhalten und die entsprechenden Formulare ausfüllen. Sie können in der Regel zwischen einem stationären, teilstationären oder auch ambulanten Rehabilitationsaufenthalt wählen. Halten Sie Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt, um die für Ihre Genesung optimale Lösung zu finden.
Leider müssen auch die Vorgaben des Kostenträgers berücksichtigt werden, weshalb nicht immer alle Wünsche erfüllt werden können. Sind Sie in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert und noch erwerbstätig, werden die Kosten von dem zuständigen Rentenversicherer, zum Beispiel die Landesversicherungsanstalt (LVA) oder die Bundesversicherungsanstalt (BfA), übernommen. Die Krankenkasse trägt die Kosten, wenn Sie nicht mehr erwerbstätig oder privat versichert sind. Die Kostenübernahme durch private Krankenkassen wird in der Regel großzügig gewährt.
Endoprothesenpass
Am Tag der Entlassung aus dem Klinikum bekommen Sie einen Arztbrief und Ihren „Endoprothesenpass“ ausgehändigt. In dem Arztbrief stehen alle für den Physiotherapeuten wichtigen Informationen über Ihre Operation und die Nachbehandlung. Der „Endoprothesenpass“ sollte sorgfältig aufbewahrt werden. Er enthält Angaben zu den verwendeten Implantaten und Nachbehandlungsmaßnahmen. Zudem hilft er Ihnen, zum Beispiel bei einer Sicherheitskontrolle am Flughafen, Probleme zu vermeiden.
Der Rehabilitationsaufenthalt
Der Rehabilitationsaufenthalt nach einem operativen Kniegelenkersatz dient der Wiederherstellung der allgemeinen Beweglichkeit und dem Aufbau des umgebenden Muskelgewebes zur Stabilisierung des neuen Gelenkes. Häufig ist die Muskulatur durch die jahrelange schmerzbedingte Schonung abgeschwächt und wenig trainiert. Je besser die Muskulatur vor einem operativen Eingriff ausgebildet war, desto leichter können Trainingsmaßnahmen nach der Operation durchgeführt werden.
Die Maßnahmen im Rahmen des Rehabilitationsaufenthaltes geben Ihnen zusätzlich zum Muskeltraining praktische Hilfe für Aktivitäten des täglichen Lebens, wie zum Beispiel den Toilettengang, das Anziehen, oder auch für sportliche Betätigungen. Zu Beginn Ihres Aufenthaltes werden Sie das Gehen mit Hilfsmitteln erlernen, um die Belastung für Ihr operiertes Gelenk so gering wie möglich zu gestalten. Wenn Ihre Muskulatur stärker ausgebildet ist, können Sie die Belastung des Gelenkes steigern. Die Hydrotherapie, die Krankengymnastik und ergotherapeutische Maßnahmen sind Teilbereiche des Rehabilitationsaufenthaltes, die je nach Belastbarkeit und individuellen Wünschen sowie nach Anweisung des behandelnden Arztes, eingesetzt werden.
Bringen Sie außer den Dingen des alltäglichen Bedarfs zu Ihrem Rehabilitationsaufenthalt Turn- oder Sportbekleidung sowie gut sitzende Turnschuhe und Badebekleidung mit.
Nach Ihrem Aufenthalt in der Rehaklinik empfehlen wir Ihnen moderate Sportarten zu treiben. Ausdauersportarten wie zum Beispiel Nordic Walking, Schwimmen, Radfahren oder Skilanglauf sind besonders gut geeignet. Stoßbelastungen sollten Sie unbedingt vermeiden, um Ihr neues künstliches Kniegelenk zu schonen.
Nachbehandlungskonzept
Die Belastbarkeit einer Kniegelenksendoprothese ist in der Regel direkt nach der Operation gewährleistet. Aufgrund der Traumatisierung der gelenksumgebenden Strukturen und der damit verbundenen Schmerzen ist jedoch vorerst eine Mobilisierung unter Verwendung von Hilfsmitteln notwendig. Während des Rehabilitationsaufenthaltes wird die Beweglichkeit und die Belastbarkeit langsam gesteigert. Zudem werden Muskel-und Koordinationstrainingsmaßnahmen durchgeführt.
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Dieses Bild zeigt, dass bereits vier Tage nach einer gelenkersetzenden Operation (bicondyläre Knie-TEP, minimal-invasiv) die Streckung des Beines wieder schmerzfrei möglich ist.
Ablauf des Rehabilitationsaufenthaltes nach einer Kniegelenkoperation
- individuelle Physiotherapie als Einzeltherapie
- vier bis fünfmal die Woche, jeweils cirka 45 Minuten
- Schwerpunkt der Behandlung ist die Verbesserung der Beweglichkeit
3.-6. Woche:
- Physiotherapie mit Trainingstherapie als Schwerpunkt, teilweise in Gruppentherapie
- dreimal wöchentlich, jeweils 60-120 Minuten
- Die Therapiemaßnahmen dienen dem Muskelaufbau, der Verbesserung der Koordination, dem Wiederherstellen alltagsrelevanter Bewegungsabläufe sowie der Haltungs- und Gangschulung.
ab der 6. Woche:
- sportbezogene Trainingstherapie mit speziellem Gerätetraining in Einzel- und Gruppentherapie
- zwei bis dreimal wöchentlich, jeweils 90-180 Minuten
- Der Schwerpunkt dieser Behandlungsphase ist die Wiederaufnahme von Sportarten, die vor der Operation ausgeübt wurden sowie allgemeines Muskel- und Konditionstraining.
